portfolio

SUB Programm Jänner 2018 – a new tech(no)

Mittlerweile gehen wir mit dem SUB in die sechste volle Saison. Künstler und Formate ändern sich mit dem Zeitgeist unserer Gesellschaft. Was vor einem Jahr der heisse Scheiss war, kann bald ein Showstopper sein. Als alternativer Hotspot im südöstlichen Österreich ist es deshalb auch bis zu einem gewissen Grad unumgänglich, die Balance zwischen schnellen Trends und etablierten Veranstaltungsformaten zu suchen. Auch wenn sich – bedingt durch das Durchdringen jeglicher Social Media Kanäle in alle Aspekte unseres Alltags – die Zeit gefühlt viel schneller dreht und die Aufmerksamkeitsspanne unserer Jugendlichen immer kürzer wird. Das soziale Leben ist in einem Wisch oder einen Like da und auch gleich wieder weg. Wir whatsappen, facebooken, tindern und kommunizieren auf noch mehr verschiedene Arten, als uns vor ein paar Jahren überhaupt in den Sinn gekommen wäre.

Grosshirnrinde Seele Bewusstsein

Auch die Vermarktungskanäle haben sich über die Jahre aus dem Mix Online/klassischer Print klar in die digitalen Gefilde verschoben. Facebook gaukelt uns vor, mit den gewonnenen Userdaten und dem Surfverhalten unsere Zielgruppe mit effizienten Costs per Klick zu erreichen. Allerdings weiss niemand, ob die User, die die Werbung ausgespielt bekommen, dann auch wirklich in den Club kommen. Vorbei sind die Zeiten, als man auf der Straße Flyer an die Leute verteilte, echte Gespräche führte und auch direkter mit potentiellen Gleichgesinnten ins Gespräch kam. Klar: die Wiedererkennbarkeit geschickt implementierter Marken lässt dadurch auch eine weit grössere Reichweite zu – die Conversion Rate immer im Genick und den nächsten Sales Funnel schon im Ärmel – ready zum rausschütteln – der Facebook Pixel ausserhalb des Social Media Giganten zum Abliefern des Nutzer Verhaltens.

Alle diese Veränderungen sind bis zu einem gewissen Grad natürlich. Der Lauf der Zeit, der Zeitgeist, ändert unsere Umgebung und die Art, wie wir mit unsere sozialen Umwelt interagieren. Neue Technologien, immer genauere (biometrische) Datenerfassung und Cloudserver, die alle Daten speichern, generieren ein erschreckend genaues Abbild unseres Selbst. In nicht allzuferner Zukunft wird – Black Mirror lässt grüssen – unser digitales Ich nicht mehr von dem analogen, rückständigen 1.0 Fleisch&Blut-Original unterschieden werden können. Der Weg zur Unsterblichkeit ist eigentlich nur mehr so lange in der Ferne, solange die Schnittstelle Großhirnrinde <-> Upload in die Cloud nicht funktionell ist. Die vice-versa Implementation dieser Schnittstelle ist mit großen Schritten auf dem Weg ins “normale” Leben.

Diese Veränderungen werfen auch viele Fragen auf, die in der Clublandschaft aufschlagen. Ändert sich mit den digitalen Gewohnheiten auch unser Fortgeh- oder Konsumverhalten? Kann man das “24h-Online-Sein” irgendwie für den Clubbetrieb sanft unterbinden, um die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie hingehört – nämlich zu den darbietenden Künstlern, Bands, DJs? Sind die “neueren” Auswüchse unser Technologie wie “Facebook-Live” – Veranstaltungen sinnvoll, oder eher gegenteilig wirksam für die richtige Musik-Konsumation? Wie weit sollte die Selbstdarstellung reichen? Stumpft man durch das nicht mehr bewusste, mit allen Sinnen darauf fokussierte Konsumverhalten der Darbietung, ab? Nehmen wir das Leben nicht besser durch unsere Augen als durch die Linse unseres iPhones wahr? Ohne Filter, Boomerangs und Effekte? Fragen über Fragen.

Auch wir als SUB sind vor diesen neuen Fragestellungen und dem Umgang damit nicht gefeit. Auch wenn die technokratischen Wellen, die die westliche Welt bewegen, im Normalfall verzögert in Österreich und noch verzögerter in der (nieder) österreichischen Pampa ankommen, brauchen die Clubs ein Handlungsdekret, wie man mit diesen Fragen umgeht. Learning by (not) doing könnte eine Devise dazu sein – und warten, wann das Pendel wie in die Gegenrichtung ausschlägt.

SUB Wiener Neustadt Monatsprogramm Jänner 2018

SUB Wiener Neustadt Monatsprogramm Jänner 2018

 

 

Monatsprogramm SUB Wiener Neustadt Jänner 2018

6.1.2018: Schwarze Luft Closing w/ Austrian Apparel
Techno • Austrian Apparel, Oliver Gruen, Simon&Tom, DaniloA
AK 10€ / Café: 22:00, Halle: 23:00
https://www.facebook.com/events/526408471049871/

12.1.2018: Dynamo Homeparty
House, Various Styles • Moglee, Sonix Beats, Chicho
AK 10€ /Cafe 21.00, Halle: 22.00
https://www.facebook.com/events/1562890660484760/

13.1.2018: WAH GWAAN Saturdays
Reggae/Dancehall, HipHop • Soundtank Crew, Koolbreak (G-Spot), Weedbeat Sound
AK 10€ / Cafe: 23.00, Halle: 23.00
https://www.facebook.com/events/135363657168764/

19.1.2018: | noise. |
Techno, Drum&Bass, Psy • Heisenberg, MWA ft MC Grammys Price, va/W
AK 10€ /Cafe: 22.00, Halle: 23.00
https://www.facebook.com/events/471324186573379/

20.1.2018: Trampelpfad
Progressive Psy • Tristate, Miss Butterfly. Anjoli, Epulari
AK 12€ Cafe: 22.00, Halle: 22.00
https://www.facebook.com/events/367691120308736/

26.1.2018: Tonwelle Vol. 2
Afro, Tech House, House • Makosa, Sugar B, Soundibes & Junique
AK 7€ / Café: 21.00, Halle: 22.00
https://www.facebook.com/events/309837929516277/

27.1.2018: COMRADE DNB w/James Marvel . MC Mota
Drum & Bass • James Marvel ft. MC Mota, Ferrum, EMX, Elize, Van:Hill, MWA, DNY, MC DB
AK 12€ / Cafe: 22.00, Halle: 23.00
https://www.facebook.com/events/129649517721463/

*****

(Header-Foto by Samuel Zeller)